Marokko – Allg. Arbeitslosenquote sinkt 2018 unter 10%.

Arbeitslosenzahl sinkt auf unter 1,17 Mio. Menschen.

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Arbeitslosigkeit weiterhin größtes Armutsrisiko.

Bericht der Hohen Kommission für Planung (HCP) weist leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt aus.

Rabat – Die Hohe Kommission für Planung (Statistikamt Marokkos) hat in dieser Woche die aktuelle Arbeitsmarktbilanz für 2018 bekanntgegeben. Nach dem veröffentlichten Bericht sank die allgemeine Arbeitslosenquote von 10,2% im Jahr 2017 auf 9,8% im Jahr 2018. Im gleichen Zeitraum verzeichnete die marokkanische Wirtschaft die Neuschaffung von 112.000 Arbeitsplätzen. Davon entstanden ca. 91.000 in städtischen Umfeldern und ca. 21.000 Stellen in ländlichen Gebieten. Die Statistik erfasst nur die Personen, die den Behörden gemeldet sind. Gerade bei Frauen wird die Dunkelziffer hoch sein.

Arbeitslosenquote
Quelle HCP – Übersicht Arbeitslosenquote 2017 vs. 2018

Arbeitslosigkeit zwischen Ballungszentren und Land sowie nach Provinzen unterschiedlich.

Dabei sind die Provinzen bzw. Wirtschaftsregionen Marokkos unterschiedlich von der Arbeitslosigkeit betroffen. Grundsätzlich ist die Quote in urbanen (Urbain) Räumen höher als auf dem Land (Rural). Die größte Arbeitslosigkeit ist in der Region Guelmim – Oued Noun mit 18,9% gemessen worden. Die niedrigste Arbeitslosenquote fand man in der Provinz Draa – Tafilalet mit 5,5%. Gerade die zunächst sehr gute Quote in der Provinz Draa – Tafilalt täuscht etwas über die tatsächlichen Gegebenheiten. Diese Provinz ist verhältnismäßig dünn besiedelt und von einer eher ländlich geprägten und tätigen Bevölkerung geprägt, die in kleinen und weit verstreuten Bergdörfern lebt. Viele von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen in dieser Region sind unter Umständen nicht behördlich als Arbeitslos registriert.

Region

Quelle HCP – Arbeitslosenquote nach Regionen 2018

Arbeitslosenzahl sinkt auf unter 1,17 Mio. Menschen.

Die Anzahl der Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, sank auf ca. 1.168.000 Personen. Überdurchschnittlich sind arbeitsfähige junge Menschen, im Alter von 15 bis 24 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen. Hier liegt die Arbeitslosenquote bei 26%. Bei Hochschulabsolventen liegt die Quote bei 17,1% und bei Frauen 14%. Trotz des allgemeinen Rückgangs gibt es Bevölkerungsgruppen, die im Jahr 2018 stärker von Arbeitslosigkeit betroffen waren als im Vorjahr 2017. Den stärksten Anstieg bei der Arbeitslosenquote gab es bei Hochschulabsolventen (+0,6%) und Jugendliche in Städten im Alter von 15 bis 24 Jahren (+0,4 Punkte). Für Personen mit klassischen Berufsabschlüssen (-0,8% Punkte) und für Frauen (-0,7% Punkte) hat sich die Lage etwas verbessert.

Dienstleistungssektor schafft neue Arbeitsplätze.

In drei Wirtschaftssektoren wurden die neuen Arbeitsplätze vorrangig geschaffen. Im Einzelnen sind dies die Sektoren, Dienstleistungen (65.000), Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei (19.000), Bauwesen und öffentlicher Dienst (15.000) und der Industriesektor (einschließlich Handwerk) (13.000). Die Schaffung von Arbeitsplätzen kam 85.000 Männern und 27.000 Frauen zugute. Der Unterschied in der Beschäftigungsquote zwischen Männern und Frauen beträgt 46 Prozentpunkte (65% bzw. 19%).

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