Marokko – Gesundheitsnotstand kosten Wirtschaft 1 Mrd. MAD pro Tag.

Zukunftsbranchen besonders stark von Verlusten betroffen.

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Finanz- und Wirtschaftsminister
Mohamed Benchaaboun - Marokkanischer Finanz- und Wirtschaftsminister

Finanz- und Wirtschaftsminister Benchaâboun geht von bis zu 7%-Punkte Rückgang des BIP-Wachstums aus.

Rabat – Während seiner Rede vor dem marokkanischen Repräsentantenhauses am heutigen Dienstag, dem 19. Mai 2020, beantwortete Wirtschafts- und Finanzminister Mohamed Benchaâboun Fragen von Parlamentariern. Er beleuchtete die wirtschaftliche Situation, insbesondere die Auswirkungen des Gesundheitsnotstands, der zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie vor zwei Monaten ausgerufen wurde, anhand von Wirtschaftsindikatoren.

Außenhandelssektoren erleiden deutliche Einbußen.

In Bezug auf die Exporte erklärte der Minister, dass die Mehrheit der Sektoren, die mit globalen Wertschöpfungsketten in Verbindung stehen, einen Rückgang zu verzeichnen haben.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2020:

  • Die Exporte gingen um 61,5% zurück.
  • Die Importe gingen um 37,6% zurück.
  • Die Tourismuseinnahmen gingen bisher um 15% zurück und nahmen alleine im April um 60% ab.
  • Die Einnahmen bzw. Devisen aus Überweisungen von im Ausland lebenden Marokkanerinnen und Marokkanern (MRE) gingen in den ersten 4 Monaten um 11% und allein im April um 30% zurück.

Zukunftsbranchen besonders stark von Verlusten betroffen.

Die vom Rückgang am stärksten betroffenen Exportsektoren sind:

  • Automobilindustrie: -96% im April, -86% im März
  • Luftfahrt: -81% im April, -52% im März
  • Elektronik: -93% im April, -51% im März
  • Textil: -86,5% im April, -40% im März

Nach Angaben von Mohamed Benchaâboun verliert das Land täglich 1 Milliarde marokkanische Dirham MAD oder 93,06 Millionen Euro*. Marokko wird 5 bis 7% Punkte des BIP-Wachstums verlieren, so seine Einschätzung.

*Wechselkurs Stand 19. Mai 2020

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