Marokko – Russland will Mega-Pipeline – Projekt mit Nigeria finanzieren.

Mega-Pipeline – Projekt steckt in der Planungsphase fest.

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Gaspipeline – Projekt entlang der westafrikanischen Küste steckt noch immer in der Studienphase und Beteiligte suchen nach Finanzmittel. Russland zeigt Interesse.

Rabat – Seit dem Beginn des Russland – Ukraine – Kriegs rücken die Gasreserven Afrikas immer mehr in den Blickpunkt geostrategischer Überlegungen, insbesondere derer der Europäische Union, die nach Alternativen zu ihren Gaslieferungen aus Russland sucht. Neben den Gas- und Ölvorkommen im vom Bürgerkrieg gebeutelten Libyen und in Algerien, dass zu den engsten Verbündeten Russlands gehört, schaut man auf die Entwicklungen in Nordwest- bzw. Westafrika. Dort werden immer neue und größere Gasvorkommen entdeckt und müssen nun erschlossen werden.

Vor einigen Jahren einigten sich König Mohammed VI. von Marokko und der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari auf ein Megaprojekt zum Transport von Gas entlang der Atlantikküste über eine Strecke von mehr als 6.000 km. Ein entsprechendes Abkommen zwischen den beiden Ländern war erstmals 2016 unterzeichnet worden.

Mega-Pipeline – Projekt steckt in der Planungsphase fest.

Doch sechs Jahre nach der Unterzeichnung des Abkommens kommt das Projekt nicht wirklich voran. Nigeria und Marokko sind noch immer auf der Suche nach Geldern zur Finanzierung des Mega-Pipelineprojekts, durch das nigerianisches Gas nach Nordafrika und Europa transportiert werden soll. Dies offenbarte nun, nach übereinstimmenden Medienberichten, der nigerianische Ölminister Timipre Sylva.

Der nigerianische Ölminister Timipre Sylva sagte am vergangenen Montag, die Pipeline werde eine Erweiterung einer bereits bestehenden Pipeline sein, die seit 2010 Gas aus dem Süden Nigerias nach Benin, Ghana und Togo transportiert. „Wir wollen die gleiche Pipeline entlang der Küste bis nach Marokko fortsetzen. Heute ist (das Projekt) immer noch in Planung.“

Russland will einsteigen.

„Wir sind dabei, die Finanzierung zu sichern, und viele Parteien bekunden ihr Interesse“, fuhr der Minister fort. „Die Russen waren letzte Woche in meinem Büro und sind sehr daran interessiert, in dieses Projekt zu investieren“, erläuterte er weiter. Zum jetzigen Zeitpunkt, so Minister Sylva, sei noch keine Einigung über die Finanzierung erzielt worden. „Es gibt viel Interesse auf internationaler Ebene, aber wir haben noch nicht die Investoren identifiziert, mit denen wir zusammenarbeiten wollen“.

Die Weiterleitung von nigerianischem Gas nach Nordafrika nährt seit langem zahlreiche Interessen, wobei insbesondere Algerien 2002 Gespräche über ein ähnliches Pipelineprojekt durch die Sahelzone geführt hatte. Das OPEC-Mitglied Nigeria verfügt über enorme Gasreserven, die größten in Afrika und die siebtgrößten weltweit.

Angesichts des Konkurrenzprojekt mit Algerien, ebenfalls ein OPEC-Land, und dessen nähe zu Russland, wird man in Rabat über dieses Interesse sicherlich nicht erfreut gewesen sein und es bleibt schwer einzuschätzen, ob Russland einsteigen will, um das Projekt als Investor zum Erfolg zu führen, seinen verbündeten Algerien durch Einflussnahme zu unterstützen oder ob man in Moskau den Europäern einen alternativen Versorgungsweg versperren möchte.

Marokko – Australisches Unternehmen wird FEED Studie für Gaspipeline Nigeria-Marokko durchführen.

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