König Mohammed VI. soll vom eigenen Geheimdienst abgehört worden sein.

Handynummer von König Mohammed VI. mutmaßlich im Pegasus Datenleak identifiziert.

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König
König Mohammed VI. von Marokko und Premierminister Dr. Saad-Eddine El Othmani im Palast von Rabat.

Pegasus – Datenleak listet zahlreiche mutmaßliche Handynummern von Mitgliedern des Königshauses, des Umfeldes und gar von König Mohammed VI. auf.

Paris / Rabat – Nun soll im Rahmen der Pegaus – Enthüllungen bekannt geworden sein, dass auch die marokkanische Königsfamilie und König Mohammed VI. selbst von Überwachungsmaßnahmen betroffen gewesen sein soll. Unter den 50.000 aufgelisteten Handynummern, die das Recherchenetzwerk um das sog. Pegasus Datenleak teilweise einzelnen Personen zugeordnet haben will, die mutmaßlich von der Pegasus-Spyware in oder von Marokko angegriffen wurden oder werden, befinden sich Mobilfunknummern, die zu einer großen Anzahl von Mitgliedern der marokkanischen Königsfamilie gehören sollen. Dies berichtet franceinfo, die zum Recherchenetzwerk gehören.

Genannt wird unter anderem die ehemalige Ehefrau von König Mohammed VI., Lalla Salma Benani, die insbesondere nach der Scheidung 2018 ins Visier geraten sein soll. Auch Prinz Moulay Hicham, einer der Cousins des Königs, der in der Thronfolge an vierter Stelle steht, die Politik und die Rolle der Monarchie in Marokko gerne mal öffentlich kritisiert, aber entgegen allen Vermutungen und Gerüchte auch im Palast gerne gesehen wird, soll auf der Liste erscheinen, ebenso sein direktes Umfeld.
Während Prinz Moulay Hicham sowohl in den USA wie auch in Marokko einen Wohnsitz hat, lebt sein jüngerer Bruder, Prinz Moulay Ismaïl im engen Umfeld von König Mohammed VI. Prinz Moulay Ismaïl, der mit einer deutschstämmigen Frau verheiratet ist, soll ebenfalls vom marokkanischen Geheimdienst überwacht worden sein.

Handynummer von König Mohammed VI. mutmaßlich identifiziert.

Das marokkanische Staatsoberhaupt, König Mohammed VI., sieht man in der Öffentlichkeit oder auf Fotos nie in Interaktion mit technischen Geräten. Auf einem mehrere Jahre alten Foto sieht man mal ein altes Mobiltelefon in seiner Hand. Es ist aber anzunehmen, dass auch er, der als Liebhaber luxuriöser und technisch weit entwickelter Fahrzeuge gilt, der modernen IT offen gegenübersteht. Insbesondere, da er als Antreiber der Digitalisierung im Land gilt, als Instrument der Korruptions- und Schwarzgeldbekämpfung. Wie franceinfo nun im Zusammenhang mit dem Pegasus-Datenleak berichtet, soll auch mindesten eine der Handynummern in dem Datensatz dem marokkanischen König zuzuschreiben sein. Darüber hinaus soll auch das direkte Umfeld überwacht worden sein. So berichtet franceinfo weiter, dass die Handynummern des Haushofmeisters des Königs, Sidi Mohammed Alaoui, des Privatsekretärs des Monarchen und drei weiterer Mitglieder seiner Familie identifiziert wurden. Ebenfalls auf der Liste sollen die Nummern des Chefs der königlichen Gendarmerie Marokkos, General Haramou, und die des ehemaligen Chefs der Leibgarde des Königs, Hassan Charrat, der im Oktober 2018 aus dem Dienst ausgeschieden ist, stehen.

Macron
König Mohammed VI. und Präsident Macron in Paris

Marokko steht in Europa im Fokus der Berichterstattung.

Alleine nach dem Bericht von Forbbiden Storys gehören 10.000 Handynummern zu Angriffsversuchen oder Angriffen von marokkanischen Geheimdiensten. Neben inländischen Zielen soll das nordafrikanische Land im Ausland Journalisten, Politiker Anwälte und Staatsoberhäupter angegriffen oder „erfolgreich“ überwacht haben, darunter auch eine private Handynummer von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Die marokkanische Regierung hat sehr schnell und deutlich abgestritten, in Überwachungsmaßnahmen mit Hilfe der Pegasus-Software des israelischen Herstellers NSO Group verwickelt zu sein. In Rabat streitet man von Seiten der Regierung El Othmani ab, überhaupt im Besitz der Pegasus-Software zu sein.

Marokko – Französischer Präsident soll von Rabat abgehört worden sein.

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