Thronrede des Königs Mohammed VI. an die Marokkaner – „Geht wählen und folgt dabei eurem Gewissen“

König Mohammed fordert seine Bürger auf, bei den kommenden Wahlen, vorrangig ihrem Gewissen zu folgen.

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In seiner Thronrede fordert König Mohammed VI. seine Bürger auf, bei den kommenden Wahlen, vorrangig ihrem Gewissen zu folgen. Er ermahnte die Parteien immer zum Wohle des Volkes zu handeln. Die Monarchie und er als König stehen als Garant für den Staat.

Anlässlich seines Thronjubiläums am letzten Wochenende hielt der Monarch eine Fernsehrede. Dabei setzte König Mohammed VI. einen Schwerpunkt auf die kommenden Wahlen.

Er rief alle Bürger Marokkos dazu auf sich rege an den Wahlen im kommenden September zu beteiligen. Dabei ermutigte der Monarch dazu die Möglichkeit wahrzunehmen, frei und am Wohle des Landes orientiert die zukünftigen Volksvertreter zu bestimmen. Jeder Wähler soll genau prüfen, wer tatsächlich zum Wohle des Landes antritt. Die teilnehmenden Parteien ermahnte er all den Kandidaten, die sich mit Kompetenz, Integrität und Weitsicht hervorgetan haben den Vorrang einzuräumen.

Im September wird in Marokko das Parlament neu gewählt. Bei den letzten Parlamentswahlen hatte die islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) gewonnen und stellt seit dem mit Abdelilah Benkirane den Ministerpräsidenten. Der König forderte die Parteien auch dazu auf, in einen fairen Wettbewerb zueinander zutreten. Die Regierungsparteien sollen ihre bisherigen Leistungen rechtfertigen und die Opposition soll realistische Alternativen anbieten, die zum Wohle des Volkes dienlich sind.

Thronrede
Thronrede 2016 König ruft zur Teilnahme an den Parlamentswahlenauf

Gleichzeitig wies der König auch darauf hin, dass Marokko sich in den letzten 17 Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Neben politischen Reformen wurden auch wesentliche Entwicklungen in wirtschaftlichen und sozialen Bereichen eingeleitet und durchgeführt.

Einiges wurde erreicht und vieles bleibt zu tun.

Der König betonte aber auch, dass es noch viel zu tun gibt und er hoffe, dass durch die Wahl, eines neuen Parlaments, der bisherige Weg weiter beschritten werden kann. Gleichzeitig wies Mohammed VI. darauf hin, dass die Monarchie für die Stabilität des Landes und die Einhaltung der Verfassung steht. Dies weil er als König keiner Partei angehöre und der König des gesamten Volkes ist, sowohl der Politiker, der Wähler und der Nicht-Wähler. Er ist nicht von Umfragen abhängig und müsse auch keine Wahlen gewinnen.

Er nahm aber auch die Bürger in die Verantwortung. Es sei ein großer Wendepunkt für die Bevölkerung, wenn diese erkennt, dass sie selbst die Quelle der Macht ist. Die Menschen haben daher immer mehr das Recht aber auch die Pflicht die richtigen Volksvertreter zu wählen und die gewählten Parteien und Vertreter nicht nur mit Macht auszustatten, sondern sie ständig zu kontrollieren und deren geliehene Legitimation auch wieder zu entziehen.

Der König warnte zum Abschluss alle Parteien davor unnötig Unsicherheit und Verwirrung unter der Bevölkerung zu stiften und kündigte an das Verstöße gegen das Wahlrecht verfolgt und hart betraft werden. Die Parteien sollen nicht zulasten des Volkes persönliche Interessen verfolgen oder nur eine Abrechnung mit dem politischen Gegner anstreben.

Die Rede finden Sie auf Youtube: 

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